Rettungskette für Menschenrechte

Am Samstag, 18. September 2021 war es soweit: die europaweite symbolische Rettungskette für Flüchtlinge wurde von Hamburg bis ans Mittelmeer geschlossen. Die Route führte auch durch Esslingen und in unserer Stadt hatten sich 40 Organisationen als Unterstützer:innen gefunden, darunter Kirchen, Parteien, Wohlfahrtsorganisationen und verschiedene Initiativen. Ein eindrucksvolles Zeichen zu setzen, für mehr Menschlichkeit und gegen das Sterben im Mittelmeer, war das Ziel der Aktion. Die derzeitige Entwicklung in Afghanistan sorgt sogar für zusätzliche Brisanz, denn die Rettungskette war bereits für das Jahr 2020 geplant.

Die Evangelisch-methodistische Kirche mit ihren drei Gemeinden in Esslingen war auch Teil der Rettungskette für Menschenrechte  und beteiligte sich  mit 20 Personen in der Hindenburgstraße, in der Nähe der Friedenskirche in der Friedensstraße. Auch die beiden Pastoren, Holger Panteleit und Benedikt Hanak waren dabei und unterstrichen mit ihrer Teilnahme, dass es für Christen selbstverständlich ist, für Menschenrechte Flagge zu zeigen. Die Not der Flüchtlinge – so Pastor Holger Panteleit – muss uns ein Anliegen sein und wir dürfen nicht wegschauen, wenn in unserer Welt Unrecht geschieht. Ein Zeichen der Solidarität mit den Geflüchteten und Seenotretter:innen zu setzen, ist wichtig und entspricht den christlichen Grundwerten.

Menschen bilden eine Kette auf der Straße in dem sie sich an der Hand halten

Spontan reihten sich auch andere Personen in die Rettungskette mit ein, u.a. ein afrikanischer Flüchtling, der in der Hindenburgstraße unterwegs war. Als er auf seine Nachfrage hörte, warum wir hier stehen, sagte er: „Ich war auch auf dem Mittelmeer und bin fast ertrunken. Ich bin so glücklich, hier in Deutschland zu sein.“ Er berichtete von seiner Flucht und dadurch bekam für uns Teilnehmer:innen die Rettungskette für Menschenrechte noch eine persönliche und aktuelle Bedeutung.

Beitrag veröffentlicht am: 25.09.2021