Panik

Heute hatte ich mal kurz Panik.

Das kennen Sie vielleicht. Panik ist irgendwie ansteckend. Wenn man befürchtet, dass man sich angesteckt hat – aber auch, wenn man die Leere sieht oder spürt…oder das Übervolle.

Das Buch „Per Anhalter durch die Galaxis“ rät für alle Lebenslagen: „Don’t Panic“ „keine Panik.“ Das ist ein guter Leitsatz in diesen Tagen, aber irgendwie auch eine Floskel. Sie will sagen: man kann nichts machen, machen Sie sich keine Sorgen. Wirksam ist sie nicht so richtig. Sie versteht nicht, sondern ist nur vernünftig. Wir brauchen aber beides: Verständnis und Verstand.

Was hilft? : Zuhören und miteinander Reden; wenn Panik aufkommt, dann nicht damit allein bleiben, sondern vielleicht jemanden anrufen oder jemandem schreiben. Sich die Panikgedanken von der Seele reden.

Wenn grade niemand da ist, dann geht auch: Beten; Was mich besorgt und in Panik versetzt Gott mitteilen, es bei ihm abladen, wenn es uns zu schwer wird. Nicht alles selber tragen. Dazu ermutigt und auf der Verfasser der Petrusbriefe im Neuen Testament, zu einer Zeit, die (jedenfalls für Christen) auch unsicher war:

Alle eure Sorgen ladet auf ihn (=Jesus Christus), denn er sorgt für euch.

1. Petr 5,7

Ob allein, oder zusammen, Gebet ist in diesen Tagen etwas, das man tun kann, vielleicht besonders in den Zusammenhängen, in denen Freiraum entstanden ist.

Bei manch anderen ist die Situation vielleicht noch genau gleich wie vor Corona, nur jetzt irgendwie doppelt-belastend und ohne Ausgleich. Auch dieser Frust und Stress kann vor Gott und Jesus Christus abgelegt, vielleicht auch eher hingepfeffert werden. Die Sorgen, die wir haben, müssen wir uns nicht verkneifen oder zerreden. Die Panik, vor dem was ist und wird, muss man nicht hinunterwürgen, sondern rauslassen: bei Gott, wie bei eine*r guten Freudn*in.

Was mir geholfen hat? Ich habe zum Telefonhörer gegriffen und einen der Menschen angerufen, denen ich am meisten vertraue. Wir haben darüber geredet und es wurde besser. Ich habe ein Buch aufgeschlagen und ein bisschen gelesen, um mich abzulenken und es wurde besser. Ich habe mir Gedanken gemacht, vor Gott. Ich habe geweint. Ich war still. Und es wurde besser.

Ich wünsche allen in dieser Zeit viel Mut zum Beten, Reden und Gefühle äußern, genügend Resilienz, viel Zuversicht und Gottvertrauen und nicht zuletzt viel Wertschätzung gegenüber uns selbst und anderen Menschen.

P.S. wer zuhause bleiben muss und sich langweilt findet in diesem kleinen Text Anspielungen auf zwei lesenswerte Bücher: Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams und Sinn und Sinnlichkeit von Jane Austin. wer nicht gerne liest oder dafür keine Muse hat: beide gibt es auch als Film.

P.P.S. Herzliche Einladung auch an dieser Stelle bei unserem virtuellen Gebetstreff Prime-Time = Pray-Time mitzumachen. Die nächste Gelegenheit bietet sich schon morgen um 20.15 Uhr.

Almuth Zipf