Alle Beiträge von Almuth Zipf

Praytime 25

von Stefan Harrer

Zirkus des Lebens

Begleitet mich heute in den Zirkus, dieser Tage leider nur virtuell. Wow. Aus dem Staunen kommen wir nicht mehr heraus. Dieser Zauber in der Luft und auf dem Boden. Menschen aus den verschiedensten Kulturen bieten eine absolut atemberaubende und vielfältige Akrobatik – ein gigantisches Zusammenspiel. Diese einzigartigen Gaben, die jeder einzelne von ihnen mitbringt und die sie miteinander verbindet. Fast wie Gemeinde!? Mich faszinieren besonders die Trapezkünstler hoch droben, dem Himmel des Zirkuszelts so nah: Springer & Fänger: wie lange man wohl üben muss um solch akkurate Akrobatik in atemberaubender Höhe zu absolvieren? Aber ist es mit unserem Leben nicht genauso? Was tun wir alles um unsere Lebensnummer aufzuführen: Saltos, Drehungen, Wendungen, Schrauben. Einfach Mehrfach, Auf und Ab. Dabei verlieren wir eines aus dem Blickwinkel: der Springer ist nicht der Star des Trapezes, der Fänger ist der Wichtigste: er tut alles. Die Springer müssen lediglich Arme und Hände ausstrecken und darauf warten, gefangen zu werden. Ein Springer muss vollkommenes Vertrauen in seinen Fänger haben. Er muss für ihn da sein mit der Präzision eines Bruchteils einer Sekunde und ihn aus der Luft heraus pflücken, wenn er bei einem langen Sprung auf ihn zukommt. Gott ist unser Fänger, wir die Springer. Wir müssen nur eins tun: ihm vertrauen, dass er im richtigen Moment da sein wird für uns, wenn wir uns nach ihm ausstrecken. Und wenn wir das tun geschieht etwas Wundervolles: wir fliegen, wir finden Frieden. Sind wir bereit für weniger Sorgen und mehr zu vertrauen? Anstatt mit geballter Faust auf die Umstände zu reagieren, strecken wir unsere Hände Gott im Gebet entgegen. Als Christen haben wir in Jesus Christus all die Kraft, die wir brauchen, für alle Probleme, die uns begegnen. Und „der See wurde so ruhig, als sei er zugefroren und die Jünger fragten sich: Was muss das für einer sein, dem sogar Wind und Wellen gehorchen.“ (Math, 8.27) Ja. Allerdings, Was muss das für einer sein! Es weiß niemand besser, wo ihn der Schuh drückt, als der ihn trägt. Die Bibel hat eine einfache Botschaft. Gott schuf den Menschen. Der Mensch wies Gott zurück. Aber Gott wird nicht aufgeben, bis er den Menschen zurückgewonnen hat. Dafür geht er meilenweit – in unseren Schuhen. Angst schreit: Bloß weg hier! Sorge grübelt: was wäre, wenn? Und Gott spricht: selbst wenn, ich bin bei dir!

  • Wir danken Gott, dass er meilenweit in Jesus Christus in unseren Schuhen geht, um unser Herz zu finden.
  • Wir loben Gott, dem die Elemente gehorchen, der als Architekt des Universums uns fest im Griff hält.
  • Wir bitten Gott um Vergebung, wo unsere Sorge im Vordergrund steht, anstatt unsere Hände nach ihm auszustrecken und ihm zu vertrauen.

Mitnehmsel: Segen

Der Herr segne dich und behüte dich.
Er schaffe dir Rat und Schutz in allen Ängsten.
Er gebe dir den Mut, aufzubrechen und die Kraft, 
neue Wege zu gehen.
Er schenke dir die Gewissheit, heimzukommen.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
Gott sei Licht auf deinem Wege.
Er sei bei dir, wenn du Umwege und Irrwege gehst.
Er nehme dich bei der Hand und gebe die viele Zeichen seiner Nähe.
Er erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
Ganzsein von Seele und Leib. Das Bewusstsein der Geborgenheit.
Ein Vertrauen, das immer größer wird und sich nicht beirren lässt.

So segne dich Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Amen.

Praytime 24

Von Uwe Wild

Ein Kollege von mir sagt immer wieder mal augenzwinkernd: „Bevor man eine Aufgabe übernimmt, benötigt man einen Schuldigen und eine gute Ausrede.“

Leider kommt es mir in letzter Zeit immer häufiger so vor, dass dieser Satz in vielen Angelegenheiten zur vorherrschenden Grundeinstellung geworden ist. Nicht nur bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie werden alle Erfolge gerne dem eigenen Engagement zugeschrieben und die Misserfolge auf weit entfernte Verantwortliche abgewälzt. Auch in der Arbeit erlebe ich immer wieder, dass die Bereitschaft, Entscheidungen zu treffen und dafür dann auch die Verantwortung zu übernehmen, bisweilen erschreckend gering ist.

Jede Entscheidung, die wir treffen, hat Konsequenzen, häufig sogar positive und negative zugleich. Seite Mitte März, als diese Pandemie in Deutschland ankam, sehen wir das sehr genau. Die Schutzmaßnahmen hatten den Zweck, die Ausbreitung des Virus zu vermindern und die Zahl der Infizierten und Todesopfer zu minimieren. Gleichzeitig hatte der „Lockdown“, die Einschränkung des öffentlichen Lebens, zur Folge, dass Menschen um ihr wirtschaftliches Überleben kämpfen müssen und Risikogruppen isoliert wurden und in Einsamkeit versunken sind. Über Tragweite und Umsetzung kann man sicher streiten, trotzdem waren die Maßnahmen wichtig und hatten dennoch katastrophale Folgen für viele Bevölkerungsgruppen.
Aber unsere Politiker haben in seltener Einigkeit diese Entscheidungen getroffen und ihre Verantwortung nicht auf andere abgeschoben. Das haben sie durchgehalten, obwohl in den sozialen Medien und in der Öffentlichkeit ihnen viel Widerstand entgegen kam – von denen, die mehr Einschränkungen forderten, und von denen, die diese Einschränkungen heftig bekämpften.
Am lautesten schienen mir diejenigen zu schreien, die keinerlei Verantwortung zu tragen haben.

In Lukas 19, 1 – 10, erzählt uns die Bibel die Geschichte von Zachäus. Er war zwar ein Jude, hatte aber von den Römern die Aufgabe übernommen, Zölle zu erheben und diese an sie abzuliefern. Diese Zöllner waren äußerst verhasst, da sie sich zu Handlangern der Besatzer machten und meistens auch noch zu ihren Gunsten die Bevölkerung betrogen.
Als Jesus ihn ansprach, hat Zachäus keine Sekunde lang versucht, die Verantwortung für sein Handeln auf andere abzuwälzen. Er hat sich zu seinen Vergehen bekannt und sich bereit erklärt, den Menschen, die er betrogen hatte, zu entschädigen.

Für unser Leben, unsere Gesellschaft und auch unsere Gemeinde und Kirche ist es lebenswichtig, dass wir bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Dabei können wir nie alles richtigmachen, dabei werden wir Menschen enttäuschen und uns schuldig machen. Aber Jesus sagt uns, dass er zu uns steht, dass wir einen Neuanfang wagen können, dass Vergebung auch ganz praktisch existiert.

Beten wir dafür, dass Jesus uns zu Entscheidungen befähigt und wir uns mit seinem Rückhalt nicht vor den Konsequenzen drücken müssen. Beten wir auch für die Verantwortlichen in unserer Gesellschaft und unterstützen wir sie, den richtigen Weg zu finden, bei dem das Wohl der Menschen im Mittelpunkt steht.

Praytime 23

von Katja Mönch

Liebe

Ein Vers der mit als Konfirmandenspruch von meinem Lieblingsmensch neu begegnet ist.

Wir wollen lieben, weil er uns zuerst geliebt hat. 1 Johannes 4,19 (Neues Leben)

Interesse auf mehr Liebesworte? Lese gerne auch 1. Johannes 4,7-21

Ein paar Gedanken dazu, die Du in dieser Praytime auch gerne vor Gott bringen darfst:

  • Wo in meinem Leben habe ich Liebe von Menschen erfahren dürfen?
    Kindheit, Schulzeit, Familie, Freunde, Arbeitsplatz, Kirche…
  • Wie hat sich Gottes Liebe zu mir in meinem Leben schon gezeigt und war auch für mich spürbar?
    eine Nachricht im richtigen Moment, praktische Hilfe in Not, ein ermutigender Bibelvers in einer passenden Situation, ein Lied, Bewahrung, ein wertschätzendes Wort…
  • Wie konnte ich schon Liebe weiterfließen lassen und so auch weitergeben?
    einen Anruf, eine kleine Überraschung, Zuhören, Aushalten, ein liebevoller Blick

Ein Lied, das wie ich selbst immer wieder erleben darf, selbst den Vorhang der Demenz bei Seite schiebt und Herzen berührt.

Vergiss es nie                                 https://www.youtube.com/watch?v=mOhBuLlIaC4

Vergiss es nie: Dass du lebst war keine eigene Idee, und dass du atmest, kein Entschluss von dir. Vergiss es nie: Dass du lebst, war eines anderen Idee, und dass du atmest, sein Geschenk an dich.

Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls, keine Laune der Natur, ganz egal, ob du dein Lebenslied in Moll singst oder Dur. Du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu. Du bist du… Das ist der Clou … Ja, du bist du.

Vergiss es nie: Niemand denkt und fühlt und handelt so wie du und niemand lächelt so, wie du’s gerade tust. 
Vergiss es nie: Niemand sieht den Himmel ganz genau wie du, und niemand hat je, was du weißt, gewusst.

Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls, keine Laune der Natur, ganz egal, ob du dein Lebenslied in Moll singst oder Dur. Du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu. Du bist du… Das ist der Clou … Ja, du bist du.

Vergiss es nie: Dein Gesicht hat niemand sonst auf dieser Welt, und solche Augen hast alleine du. Vergiss es nie: Du bist reich, egal ob mit, ob ohne Geld, denn du kannst leben! Niemand lebt wie du.

Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls, keine Laune der Natur, ganz egal, ob du dein Lebenslied in Moll singst oder Dur. Du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu. Du bist du… Das ist der Clou … Ja, du bist du.

Text und Melodie von Paul Janz Deutsch: Jürgen Werth

Praytime 22

Von Stefan Harrer

Mein Großvater…

… ist im Jahre 1900 geboren. Als er 14 war, begann der der erste Weltkrieg und endet nach 4 Jahren und 22 Millionen Toten. Kurz darauf wütete die spanische Grippe als weltweite Pandemie und endet als er 20 Jahre alt war mit 50 Millionen Todesopfern. Als er 29 war, ereignete sich die Weltwirtschaftskrise mit dem Börsencrash in New York und Inflation und Massenarbeitslosigkeit in Folge. Als er 33 ist, gelangen die Nazis an die Macht. Mit 39 muss er dem Beginn des der 2. Weltkrieg ins Auge schauen, der 1945 mit 60 Millionen Todesopfern endet. Dazu sterben 6 Millionen Juden im Holocaust und mein Großvater muss mit seiner Familie von heute auf morgen seine Heimat verlassen mit nur einem Koffer in der Hand. Aber danach sollte die Welt meines Großvaters nicht zur Ruhe kommen: Korea-Krieg, Vietnamkrieg, Sechstagekrieg und unsäglich unzählige mehr. Ende der 50er Jahre verlor er seine Frau viel zu früh, erleidet einen Schlaganfall, der ihm die Möglichkeit zu sprechen nimmt und seine Bewegungsfreiheit einschränkt… Heute befinden wir uns mit aller Bequemlichkeit in einer neuen Pandemie. Wir beklagen uns, wenn wir für ein paar Wochen nicht das Haus verlassen dürfen, bei fließend warm Wasser Strom, Handy, genug zu essen und ein sicheres Dach über dem Kopf und über unseren täglichen Maskenball. All dies gab es in früheren Zeiten nicht und mein Opa hat all das überstanden und seine Lebensfreude nicht verloren: die schönsten Momente waren mit ihm draußen zu sitzen und still und in unausgesprochenen Gleichklang die Schönheit der Natur zu atmen. Ein kleiner Perspektivwechsel wirkt Wunder. Lasst uns dankbar sein für die Zeit in der wir leben und all das tun, das was uns schützt und hilft: kennen wir Gottes Perspektive für unser Leben? Gott, der Planer und Schöpfer unseres Lebens, hat gute Gedanken und Pläne für uns. Sie sind von Liebe bestimmt. Sein Wunsch ist, dass wir ein frohes, erfülltes und zielorientiertes Leben führen: „Denn ich weiß, was für Gedanken ich über euch habe, spricht der Herr, Gedanken des Friedens und nicht des Unheils, um euch eine Zukunft und eine Hoffnung zu geben.“ (Jeremia 29,11). Und das gilt für alle Zeiten…. 

Gebet

  • Danken wir es nicht wie Bart Simpson: „Lieber Gott, wir danken dir für gar nichts, wir haben alles selbst bezahlt. Amen.“, sondern danken wir ohne Ende Gott, für das was wir haben, was wir sind, für seine guten Pläne für uns.  
  • Bitten wir ihn um seine tägliche Begleitung, um Führung und Schutz, um Frieden, um Hoffnung, um Zukunft.

Mitnehmsel:

Gehen wir auf einen Segeltörn mit Romer 8:14: „Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.“ Lassen wir uns von Gottes Geist treiben. Wie der Wind weht, ist Gottes Sache; ihn zu nutzen, unsere. Setzen wir die Segel, wenn Gottes Geist weht. Spüren wir die frische Brise, den weiten Horizont, die rauschenden Wogen des Meeres? Ziehen wir die Segel ein, wenn der Geist der Welt weht…

Praytime 21

Von Almuth Zipf

Die Lücke

Es hat sich eine Lücke aufgetan. Ganz plötzlich ist sie da.

Eine Lücke im Terminkalender. Eine Lücke im Freundeskreis. Eine Lücke im lückenlosen Plan A.

Wer füllt jetzt diese Lücke? Oder kann sie vielleicht doch offenbleiben? Kann die Lücke mich vielleicht sogar tragen?

Manche Lücken müssen gefüllt werden. Andere tun so gut, dass sie gerne offenbleiben könnten.

„Mut zur Lücke“, das ist nicht nur mein Mantra, wenn ich weiß, dass nicht alles zu schaffen ist, oder wenn ich in einer Prüfung hoch gepokert habe. Mit Lücken sind wir alle immer wieder konfrontiert, ob wir es wollen oder nicht. Und sie mutig zu erkunden, ihnen Raum und Aufmerksamkeit zu geben, das braucht Mut und am besten braucht es einen Lücken-Begleiter.

Jede Lücke können wir vor Gott bringen. Sie zeigen, oder vorhalten. Vielleicht hilft es, mit der Lücke zu leben. Vielleicht hilft es, die Lücke mit etwas anderem wieder zu füllen.

Mache dir je eine Liste mit den schönen und schweren Lücken in deinem Leben.

SCHÖN                                                                             SCHMERZHAFT

1. Urlaub                                                                        1. 1,5 Meter Abstand im Gottesdienst

2. Entfallene Termine durch Corona                   2. Entfallene Geburtstagsfeier

3. Praytime                                                                    3. Leere Regale im Supermarkt

4. …                                                                                4. …

Bringe deine Liste vor Gott, der auch in der Lücke zu finden ist und in die Bresche springt.

Gebet:

Lebendiger Gott, du kennst die Lücken in meinem Leben.

Manche haben sich gerade erst aufgetan. Andere gibt es schon lange, viel zu lange.

Ich bitte dich, Gott, um beides:

Dass du mir die Kraft gibst, Lücken auszuhalten und mit ihnen zu leben. Und dass du mir schöne Lücken in meinem Alltag schenkst.

Ich danke dir, Gott, für beides: für die schönen Lücken, die offen bleiben. Und für alles, was du mir schenkst, damit sich eine Lücke schließt.

Bleibe bei mir Gott, und bleibe auch in den Lücken meines Lebens. Höre mich, wenn ich dir von den Lücken erzähle: …   …   …   …   …   …

Amen.

Praytime 20

von Katja Mönch

Meine Identität in Gott

Seit einiger Zeit lese ich zusammen mit zwei Freundinnen das Buch: „Die Kunst sich selbst zu führen“ von Thomas Härry.

In einem Kapitel geht es um die eigene Identität und hier werden die 7 Bausteine vorgestellt:

  • Du bist gewollt                                                                                         Freitag
    „So spricht der Herr, dein Schöpfer…, der dich gebildet hat…: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du gehörst mir.“ Jes 43,1
    Ich bin von Gott gewollt und wunder geschaffen.!
  • Du bist gekrönt                                                                                                       Samstag
    „ Du hast ihn (den Menschen) wenig geringer gemacht als Gott, mit Ehre und Hoheit hast du ihn gekrönt. Du hast ihn zum Herrscher gesetzt über Werke deiner Hände, alles hast du ihm unter die Füße gelegt.“ Psalm 8,6-7 Ich bin mit Ehre ausgestattet und mit Hoheit gekrönt!
  • Du bist angenommen                                                                             Sonntag „So spricht der Herr, dein Schöpfer…, der dich gebildet hat…: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du gehörst mir.“ Jes 43,1 Ich bin unwiderruflich angenommen bei Gott
  • Du bist versorgt                                                                                        Montag
    „Der Herr ist mein Hirte, ich werde nicht zu kurz kommen. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führt mich zu frischem Wasser. Er stillt mein Verlangen; er leitet mich auf dem rechten Weg, um seines Namens willen.“ Psalm 23,1-3 (Übersetzung nach Thomas Härry)
    Ich werde von Gott versorgt und geführt!
  • Du bist geliebt                                                                                           Dienstag „Der Herr, dein Gott, ist bei dir, ein starker Heiland. Er wird sich über dich freuen und dir freundlich sein, er wird dir vergeben in seiner Liebe und wird über dich mit Jauchzen fröhlich sein.“ (Zef. 3,17 LUT)
    Ich werde von Gott geliebt und umjubelt!
  • Du bist festgehalten                                                                                Mittwoch „Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir! Hab keine Angst, denn ich bin dein Gott! Ich mache dich stark, ja, ich stehe dir bei! Ja ich halte dich mit der rechten Hand meiner Gerechtigkeit!“ (Jes. 41,10)
    Ich bin und bleibe von Gott getragen.
  • Du bist gesegnet                                                                                      Donnerstag „Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus.“ (Eph.1,3 LUT)
    Ich wurde und bin überreich gesegnet!

Welche dieser Zusagen spricht Dich besonders an? Spüre hier einmal nach und bringe dies vor Gott im Gebet. Lerne den entsprechenden Bibelvers dazu auswendig.

Nehme Dir die nächsten 7 Tage jeden Tag eine der oben gennannten Zusagen vor und lese diese laut zusammen mit dem Bibelvers!

Segenslied

https://www.youtube.com/watch?v=w2pjC6s6O_c

Der Herr segne und behüte Dich, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr wendet Dir sein Angesicht zu schenke Dir sein Heil.

Praytime 19

von Stefan Harrer

I’ll be back…

Meine Firma plant dieser Tage alle Gestrandeten im Homeoffice wieder zurück ins Firmengebäude zu holen. Dazu muss jeder nochmals eine Arbeitsschutzunterweisung erhalten, die neben all den Regeln für entfernte Begegnung in Corona-Zeiten auch nochmal die Basics für Notfälle und Rettungswege enthält. Ich halte kurz inne.

Wer hat uns eigentlich je eine Unterweisung über alle „Life Matters“ gegeben, wie Leben geht? Schalte ich die Nachrichten ein, die oft von den allervordersten Menschen dieses Planeten handeln, höre ich meist nur über „Selbstsucht, Geldgier, Prahlerei, Einbildung, Beleidigung, Ungehorsam, Undankbarkeit, Lieblosigkeit, Unversöhnlichkeit, Verleumdung, Unbeherrschtheit, Gewalttätigkeit, Hass, Untreue, Unzuverlässigkeit, Überheblichkeit und so resümiert Paulus in 2. Tim 3,4 : „ sie kümmern sich nicht um das, was Gott Freude macht, sondern suchen nur, was ihre eigene Lust vermehrt.“ Eine überdrehte Welt, und wir wissen, wenn wir eine Schraube einmal überdreht haben, funktioniert sie nicht mehr. Dann hält nichts mehr. Von hier ist also keine Hilfe zu erwarten. Ich schalte wieder aus, schlage die Bibel auf uns beginne zu beten…

  • Wir danken dafür, dass Gott für uns gestorben und auferstanden ist, um uns zu retten.
  • Wir loben ihn, dass er so groß ist und dass er in seiner Größe uns doch so nahe kommt – ganz besonders in diesen Zeiten.
  • Wir bitte um Glauben, der uns dieser Tage durchträgt, als Grundlage für ein Leben, das nicht mit dem Tod endet.

Mitnehmsel: Singen wir mit Manfred Siebald:
„Von deinem Worten können wir leben, durch deine Worte weitersehn. Mit deinen Worten können wir sterben und auf dein Wort hin aufersteh’n.“

Praytime 18

von Monika Kümmerer

Auch heute Abend sind wir wieder eingeladen miteinander zu beten.

Wer das möchte, kann zu Beginn dieser Zeit in der Gegenwart Gottes wieder als

Zeichen seiner Nähe eine Kerze anzünden…,

und dann zunächst ein paar Augenblicke in Ruhe aus- und einatmen….;

wir befinden uns nach dem Kirchenjahr gerade in der Pfingstzeit,

dem Fest, an dem wir den Geist Gottes in der Kirche, in unserem Leben

und in dieser Welt feiern.

Wo haben wir ihn in den letzten Tagen in besonderer Weise erlebt, gespürt?

Wo haben wir ihn schmerzlich vermisst?

In einer Sequenz von Stephen Langton (1150 – 1228) finden sich viele Anregungen

ins Gebet zu kommen, in Bitte, Fürbitte, in der Anbetung.

Ich lade euch ein, euch nun von diesem Gebet und dem Geist Gottes in dieser Gebetszeit leiten zu lassen:

Ref: O komm herab, du heiliger Geist, der finstre Nacht zerreißt,

strahle Licht in diese Welt, komm, der jedes Herz erhellt.

  1. Komm, der alle Armen liebt, komm, der gute Gaben gibt, komm, der jedes Herz erhellt.
  2. Höchster Tröster in der Zeit, Gast, der Herz und Sinn erfreut, köstlich Labsal in der Not,
  3. in der Unrast schenkst du Ruh´, hauchst in Hitze Kühlung zu, spendest Trost in Leid und Tod.
  4. Komm, o du glückselig Licht, fülle Herz und Angesicht, dring´bis auf der Seele Grund.
  5. Ohne dein lebendig Weh`n, kann im Menschen nicht´s besteh`n, kann nicht´s heil sein noch gesund.
  6. Was befleckt ist, wasche rein, Dürrem gieße Leben ein, heile du, wo Krankheit quält.
  7. Wärme du, was kalt und hart, löse, was in sich erstarrt, lenke, was den Weg verfehlt.
  8. Gib dem Volk, das dir vertraut, das auf deine Hilfe baut, deine Gaben zum Geleit.
  9. Lass es in der Zeit besteh’n, deines Heils Vollendung seh’n und der Freuden Ewigkeit.

Abschlußgebet:

Abend ward, bald kommt die Nacht, schlafen geht die Welt,

denn sie weiß, es ist die Wacht, über ihr bestellt.

Einer wacht und trägt allein, unsere Müh und Plag,

er läßt keinen einsam sein,weder Nacht noch Tag.

Jesus Christ, mein Hort und Halt, dein gedenk ich nun,

tu mit Bitten dir Gewalt, bleib bei meinem Ruhn.

Wenn dein Aug ob meinem wacht, wenn dein Trost mir frommt,

weiß ich dass auf gute Nacht, guten Morgen kommt!

Amen.

Praytime 17

Die Stille

Sie ist manchmal schwer auszuhalten, die Stille. Zu bedrohlich ist sie uns. Zu reduziert sind wir, auf uns selbst, auf das einfache Dasein. Ohne etwas zu tun, zu sagen. Ist es genug für uns, einfach zu sein?

Die Stille ist manchmal schwer zu finden. Zu schnell wird sie durchbrochen: Vom Smartphone-Piepen, den Verkehrsgeräuschen, den Nachbarn, vom Gedankenkarussell. Zu viele Stimmen, im Radio, im Fernsehen, in den Straßen, in uns.

Was hörst du in der Stille? Wenn du selbst keine Geräusche machst?

Ich höre Vogelstimmen, Autos, Flugzeuge und Rasenmäher. Den Wind.

Still sein heißt nicht nur nichts sagen oder tun. Stille heißt auch: der Stille lauschen.

Die Stille ist nicht nur ein Geräusch, sie ist auch ein Zustand. Stille im Inneren, in Gedanken und Bäuchen.

In der Stille können wir Gottes Stimme lauschen. Wir müssen keine großen Worte machen, nicht alles aufzählen aus unserem Geräusch-vollen Alltag.

Die Stille ist eine andere Art der Fülle, denn sie kann uns erfüllen. Mit neuer Kraft, einem Guten Gedanken, einem Wort von Gott. Und doch ist das, was die Stille uns zu sagen hat, leicht zu überhören.

Die Stille ist ein Geschenk. Das Geschenk kann man langsam auspacken. Und viel Zeit mit ihm verbringen. Ein paar Minuten, oder auch ein paar mehr. Ohne Eile und nicht zu lange. Versuch es einfach. Ein paar Minuten, oder die ganze Viertelstunde.

Die heutige Praytime kann ein Versuch sein, die Stille einzuladen, auszuhalten, an ihr festzuhalten. Gib dich ihr hin, heiße die Ablenkung nicht willkommen, sondern sei ganz still. Schließe die Augen, vielleicht hilft das, und lausche der Stille, lausche Gott. Ohne viele Worte. Nur mit einem „Hier bin ich“ am Anfang und mit „Amen“ am Schluss.

Viel Segen dazu und davon!

Pastorin Almuth Zipf

woher? wo? wohin?

hier geht es zum Podcast… https://emk-esslingen.de/podcast/

Bibeltext: Psalm 139,1-14

Impuls zu einer Zeichnung von Paul Klee. Sie findet sich z.B. unter diesem Link.

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Paul_Klee_~_woher%3F_wo%3F_wohin%3F_~_1940.jpg

Seht euch das Bild an. Es ist ein Bild von Paul Klee, von 1940. Das war sicher auch eine Zeit in der vieles Verschoben war, schlimmer als jetzt für viele damals. Aber das soll kein Wettbewerb sein.

Das Bild hat den Titel: „woher? wo? wohin?“

Die Gestalt sieht gehend aus. Sie ist in Bewegung, nicht nur von A nach B, sondern sie scheint auch „in sich selbst“ in Bewegung zu sein. Ihre Konturen haben sich verschoben, sie wirkt fast ein bisschen entstellt. Sie scheint sich grade zu verändern. Sich neu zu ordnen. Vielleicht wird sie dann wieder glatt und rund sein, aber wahrscheinlich behält sie viele Ecken und Kanten.

Bei diesen drei Fragen, die das Bild stellt, geht es vielleicht nicht nur um einen Weg oder ein Dasein, es geht auch um die Zeit. Die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind Versuche solche Fragen zu beantworten. Was war? Was ist jetzt? Was wird in Zukunft sein? Woher kommen wir? Wo befinden wir uns? Wohin gehen wir?  Diese Fragen gab es immer schon. Aber besonders jetzt, in dieser Situation.

Das Bild passt in unsere Zeit.

Die Gestalt ist verschoben.

Auch wir leben in verschobenen Zeiten.

Wie steht es also um diese drei Fragen? Sie sind so simpel wie schwierig – und eine Antwort ist höchstens ein Versuch. Vielleicht ist ein Antwortversuch auch ganz falsch und man kann sowieso nur Beschreiben und Schauen und dann Nachspüren, wie es uns damit geht, welche Gedanken das auslöst, was das „mit einem macht“. So wie immer bei der Kunst.

Woher?

Aus einer Welt und Zeit in der immer mehr gehen muss, immer schneller. Die Wirtschaftsglobalisierung ist das meistschlagende Argument. Menschen und Natur werden ausgebeutet, abgestellt, übergangen. Ein Urteil über diese Art des Wirtschaftens muss vernichtend ausfallen. Dabei ist es diese Art zu Wirtschaftens selbst schon: vernichtend.

Aber wir kommen auch aus einer Zeit und Welt, die gewohnt für uns war. Die Schön war. Manchmal sogar Selbstbestimmt. Wir konnten unser Leben gestalten, jedenfalls zu einem Teil. Manche mehr als jetzt, andere weniger. Wir kommen aus einer Zeit, der scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten.

Wir kamen aus einer Zeit voller Schönheit und Stress, voller Geschwindigkeit, voller Fülle und Freude und Terminen und Unbeschwertheit und Sorgen und Endlosigkeiten.

Woher kamst du?

Wo?

Wo sind wir jetzt, das ist sonst sehr klar, aber vieles kommt uns gerade vielleicht etwas surreal und komisch vor. So eben, wie diese Gestalt. Mir geht es so, dass ich mindestens zwei Herzen in mir schlagen höre, dass sich meine Sehnsucht in verschiedene Richtungen bewegt. Vielleicht könnten die verschiedenen Farben der Figur für diese unterschiedlichen und teilweise gegensätzlichen Bedürfnisse, Gefühle, Gedanken, Sehnsüchte stehen.

Manches was mal wichtig war, ist jetzt egal, anderes was selbstverständlich war, wird schmerzlich vermisst. Ja und dann ist diese Gestalt eine Einzelne. Ist da ein Mitmensch, ist da Gott?

Der Alltag hat sich verschoben. Das Leben auch. Es gibt neue Chancen und Risiken, Möglichkeiten und Gegebenheiten.

Wo bist du?

Wohin?

Die alles entscheidende Frage ist wohl: Wohin richten wir unser Wo jetzt aus? Wohin werden wir uns wenden? Wohin gehen?

Sind wir auf „dem“ Weg zurück zur Normalität?  Welche neuen Wege werden wir gehen? Den der Solidarität zum Beispiel? Das wäre schön!

Corona soll nicht für immer unser Leben bestimmen und die Gedanken füllen. Es gibt noch so viel mehr. Wir können neu überlegen, während wir uns neu ordnen: Was soll unser Leben und Dasein bestimmen?

Wir haben jetzt die Möglichkeit, das Leben neu uns gut zu gestalten. Prioritäten richtig zu setzen, Zeit zu nutzen. Wir alle müssen uns daran beteiligen!

Wohin willst du?

Zum Geleit auf den Weg und in die Zeit:

Ist es nicht spannend, dass wir grade eigentlich genauso viel über die Zukunft wissen, wie sonst auch schon immer? Nämlich nichts Genaues?

Nur wird jetzt die Zukunft weniger berechenbar. Wir können nicht mehr damit rechnen, dass alles seinen gewohnten Gang geht, oder dass alles „wie immer“ ist. Was in vier Wochen oder gar einem halben Jahr sein wird, das können wir grade nur vermuten.

Es gibt eine Erfahrung, die wir jetzt besonders brauchen, sie uns vielleicht auch wünschen: dass wir nicht allein und hilflos sind.

Ich würde es so sagen:

Dass Gott da, wohin es geht, schon auf uns wartet. Dass er da ist und mitgeht. Jeden unserer Schritte. Das ist die Verheißung die in Psalm 139 beschrieben wird. Das ist ein Tröstlicher und Motivierender Gedanke, besonders für die, die sich so verschoben fühlen, wie die Zeichnung von Paul Klee.

Der 139. Psalm beantwortet die drei Fragen dieses Bildes von Paul Klee übrigens auch:

Woher? Von Gott her, kommen wir und sind wir. Er hat jede*n Einzelne*n und die Welt geschaffen. Er hat uns wunderbar gemacht. Wunderbar ist alles was Gott macht und Gott war immer schon da.

Wo? Gott ist da, ist dabei, er ist gegenwärtig an jedem Ort, an dem ein Mensch sein kann. Egal wie gesund oder krank, wie verzweifelt oder froh über die Lage. Selbst wenn wir Gott nicht spüren oder uns verlassen fühlen: Gott ist da. Überall.

Wohin? Wohin der Weg und die Zeit auch führt, Gott wird da sein. In jeder Zukunft und an allen Orten bleibt Gott bei einem Menschen und begleitet ihn. Denn Gott gibt uns Zukunft und schenkt und Gegenwart und Geschichte: kurz: Gott läuft mit offenen Armen auf uns zu.  

Egal wohin wir gehen und wie wir die neue Zeit gestalten, was auch in Zukunft passiert, Gott ist und bleibt bei uns. Vielleicht täte es dieser Gestalt auf dem Bild gut, Psalm 139 zu beten, in all der Veränderung und der in allem Neuen. Vielleicht tut es uns auch gut.

Amen.

P.S. ich lade dazu ein, sich eine Karte (und etwas Zeit) zu nehmen und die eigenen Beobachtungen und Gefühle zu woher, wo, wohin darauf festzuhalten. Was willst du beibehalten, was hat diese Gegenwart dir gezeigt, für die Zukunft? Was hatte die letzte Zeit an Schönem für dich? Was ist dir (noch) wichtiger geworden? Woher? Wo? Wohin? Halte deine Gedanken fest! Leg sie vor Gott aus. Viel Segen dafür, dabei, daher wünsche ich Dir!

Pastorin Almuth Zipf